Die ungekürzte Antwort des Homberger Bürgermeisters auf den Kommentar der HNA, anlässlich der Schließung der stationären Abteilungen im Homberger Krankenhaus.
Es gibt keinen Anlass zur Resignation in Homberg
Es ist an der Zeit, einige Dinge in Sachen Klinikum Homberg richtig zu stellen. Zu keiner Zeit hat die Stadt trotz der schwierigen Situation des Klinkums resigniert. Im Gegenteil.
Die Stadt und der Förderverein hatten immer wieder Alternativen für eine Nutzung der Klinik vorgeschlagen; da die Eigentümerin Asklepios aber eigene Strukturen einbrachte, war die Kommune in die Situation gedrängt, lediglich Vorschläge machen zu können, die nicht gehört wurden. Die Entscheidung, die stationäre Versorgung aus Homberg abzuziehen, gehört offensichtlich zur Geschäftspolitik von Asklepios und ist grundfalsch. Ein erstes Zeichen in diese verkehrte Richtung war die Verlegung der Frauenklinik nach Schwalmstadt.
Mit Beendigung der stationären Versorgung wird nicht nur der Kreisstadt das Krankenhaus genommen und damit den Menschen die Sicherheit, schnell und vor Ort behandelt werden zu können. Es setzt auch gerade jetzt, wo Homberg die Chance hat, sich mit 5,5 Millionen Euro an Gewerbesteuereinnahmen und vielen weiteren positiven Entwicklungen stetig zu konsolidieren, ein grundfalsches Zeichen. Im Übrigen: Mit diesen 5,5 Millionen liegt Homberg im Kreis nur hinter Melsungen, und hat damit mehr als doppelt so viel Gewerbesteuereinnahmen wie beispielsweise Schwalmstadt oder Fritzlar.
Allein im Mühlhäuser Feld siedeln sich immer mehr Familien an, 29 Grundstücke sind dort bereits verkauft. Die Biokompostierungsanlage, der großzügige Neubau der Firma S.T.a.R. – in Homberg geht es in wirtschaftlich schwierigen Zeiten bergauf, doch bei allen scheint sich dies nicht herum gesprochen zu haben, viele scheinen dies zu ignorieren.
Der Weggang von Amtsgericht und Forstamt kostete Homberg 43 Arbeitsplätze, der Zuzug des Amtes für Bodenmanagement brachte 144 neue Stellen. Warum wird diese wichtige Aufgabe des ehemaligen Katasteramtes, die unserer Stadt zudem Arbeitsplätze brachte, medial permanent verschwiegen? So muss man beim Kommentar "Exitus war absehbar" von Heinz Rohde zu dem Eindruck kommen, dass die guten Seiten und positive Entwicklungen scheinbar nicht mehr gesehen werden. So sind wohl die letzten beiden Sätze des Kommentars zu erklären, denen ich hiermit deutlich widerspreche.
Der Förderverein wurde im vergangenen Jahr nicht etwa aus Resignation aufgelöst, sondern allein aus dem Grund, dass der Verein gemäß Satzung nur gemeinnützigen GmbHs zur Seite stehen konnte, nicht aber einer gewinnorientierten wie Asklepios. Nein, Herr Rohde, resigniert hat hier niemand.
Martin Wagner, Bürgermeister Stadt Homberg (Efze)



